Presseberichte 2011

Seidenweber - 12/2011

"Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne"


 

Seidenweber - 12/2011

Jeden Abend wird ein Bild im Adventskalender geöffnet


 

Westdeutsche Zeitung - 08.12.2011

Prominente Falschparker


 

Rheinische Post - 04.12.2011

Das Krefeld-Gefühl: Wusignation

VON JENS VOSS

Krefeld (RPO). Lohnt die Aufregung? Soll man schon wieder lamentieren? Krefeld ist kein Fall für den Wutbürger; eher ein Fall für ein Gefühl, für das es im Deutschen kein Wort gibt – ein Gefühl zwischen Wut und Resignation. Nennen wir es Wusignation.

Die Nachricht der Woche ist eine kleine Meldung: Am Schinkenplatz werden auf Wunsch der Bürger dort die Bänke wieder abmontiert. Nicht, dass die nicht auch gerne mal auf einer Bank sitzen und schnacken würden; sie haben sich sogar dafür eingesetzt und den Platz verschönert.

Nein, zwei Dutzend aus dem Ruder Gelaufene – Flegel, Drogenabhängige und Trinker – okkupieren den Platz und versauen ihn. Und nun geben die Anwohner dort auf, weil der Staat sie im Stich lässt. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Ein Platz wird wieder unbehaust gemacht, damit den Leuten, die dort wohnen, die gröbsten Verschmutzungen erspart bleiben.

In der Stadt beginnt jetzt das große Achselzucken. Die Polizei zuckt mit den Achseln: Wir können nichts machen, und wenn wir was machen können, dann tun wir es; am Schinkenplatz herrsche ja nicht Mord und Totschlag.

Die Politik zuckt mit den Achseln: Da könne man nichts machen; schließlich herrsche Freizügigkeit; und wenn man den Trupp Trinker, Flegel und Abhängiger dort vertreibe, gehe er woanders hin.

Sozialarbeiter zucken mit den Achseln, verweisen auf supervernetzte Hilfsangebote – und sagen, das mit den Stoffwechsel-Endprodukten (Sprachschöpfung aus dem Sozialarbeiteruniversum) in allen Ecken und Toreingängen – ja da sei eben so bei ihren Klienten.

Parallel dazu stellt die Stadt des großen Achselzuckens Quartiersmanager ein, schreibt Konzepte zur Verschönerung der Innenstadt, beteiligt sich am „Stadtumbau West“ und gibt jede Menge Geld für all das aus – Geld, das auch von den Bürgern kommt, die jetzt darum bitten, die Bänke vor ihrer Haustüre wieder abzumontieren.

Und ab und zu träumen Stadtgewaltige von einem Investor, der auf dem Theaterplatz ein schickes Tagungshotel baut, weil das ganz toll zu dem Kulturensemble dort passe. Na prima, warten wir also auf einen Investor, der ein Hotel auf einem Platz voller Drogenabhängiger baut.

Der gleiche Staat, der bei seinen zahlungsfähigen Bürgern jedes Knöllchen unnachgiebig bis zur Androhung von Gefängnis eintreibt, lässt Drogenhändler gewähren, gibt öffentlichen Raum preis, schmälert dadurch privates und öffentliches Eigentum – und zuckt mit den Achseln, weil es angeblich keine Mittel gegen die Verschandelung städtischen Lebensraumes gibt. Plätze, Bänke, Parks und Parkhäuser: verloren an Leute, die sich nicht an primitive zivilisatorische Mindeststandards halten.

Der ewige Hinweis, dass Abhängige nun mal krank seien, entschuldigt nicht alles. Auch Abhängige haben einen Rest Klarheit über die eigenen Interessen im Kopf. Warum sollte man ihnen nicht klarmachen können, dass ein Mindestmaß an Rücksicht in ihrem Interesse liegt? Und die Stadt? Sie hat 20 Jahre gebraucht, um im Umgang mit der „Szene“ auf dem Theaterplatz etwas Pragmatismus zu entwickeln, sprich ein halbwegs unauffälliges Klo aufzustellen, damit die Abhängigen ihre Stoffwechselendprodukte nicht mehr in Hauseingängen oder im Parkhaus hinterlassen.

Schon längst hätte man mit einer Mischung aus (auch härter werdender) Repression und Hilfsangeboten wie der Toilette für mehr Sauberkeit sorgen können. Längst hätte man die Treppenabgänge zum Parkhaus verschließen können; längst hätte man den bedauernswerten Mitarbeitern und Anwohnern die GSAK im Kampf gegen Dreck, Pi. . . und Sch. . . zur Seite stellen können. In anderen Städten geht das. Da kommen nur Autofahrer in die Parkhäuser, weil Eingänge mit Stahltüren verrammelt und nur mit Parkschein zu öffnen sind.

Und die Fußböden sind gestrichen, so dass man sie putzen kann – was bei nacktem Beton bekanntlich kaum geht. Wer da schifft, verewigt sich. Pfui Deibel. So aber stapfen Ratspolitiker und Verwaltungsspitzen achselzuckend durch das widerwärtig nach Urin stinkende Treppenhaus eines Gebäudes, das nach einem Stoff benannt ist, der für hohe Lebenskultur steht: Seide. Kabarettisten können einem leidtun. Was sollen die noch für Witze erfinden?


 

StadtSpiegel Krefeld - 30.03.2011

Österlicher Bastelwettbewerb für Kinder